2017 | Realisierungswettbewerb
Neubau dreier Geschosswohnungsbauten und Kita

 

Aufgabenstellung:
Das neue Quartier zwischen Habenhausen und Huckelriede soll zu einem durchgrünten Wohnstandort werden. Die planerische Qualifizierung im Bereich des Grünen Angers soll präzisiert, Lösungen für Geschosswohnungsbauten in einem engen, vorgegebenen Rahmen, eine Kita mit Wohnnutzungen in den darüber liegenden Geschossen und das Architekturkonzept für verschiedene Reihenhaustypologien sollen erarbeitet werden.

Wettbewerbsbeitrag:
Baufeld A3 (freifinanzierter Wohnungsbau, 33 Wohnungen)
Baukörper: Der Z-förmige Baukörper steht mit seiner Ostfassade am Boulevard, dadurch orientieren sich die Balkone und Wohnräume mehr zum Süden und Westen. Der Baukörper hat eine vorgegebene Höhenstaffelung von 5, 4 und 3 Geschossen. Innerhalb der vorgegebenen Höhen die werden die drei Baukörper im obersten Geschoss miteinander verschränkt. So gewinnen wir 2 Wohnungen dazu und können die Anzahl der Wohnungen exakt nachweisen. Die Stellplätze für A3, A4 und C1 sind in der Tiefgarage untergebracht.
Wohnungen: Durch 4-Spänner werden die kleinen Wohnungen wirtschaftlich erschlossen (2 Treppen/Aufzüge für 33 Wohnungen). 91% der Küchen liegen an der Außenwand, 76% der Wohnungen haben ein Gäste-WC. Alle 33 Wohnungen haben einen Balkon/Terrasse und eine Gartennutzung.

Baufeld A4 (Kita, sozialer Wohnungsbau, 18 Wohnungen)
Städtebau, Erschließung: Die Kita wird über einen Vorplatz erschlossen, eine Arkade an der Hausecke schützt und betont den Haupteingang. Alle 6 Gruppen und 2 Differenzierungsräume haben einen direkten Ausgang in den geschützten Gartenbereich. Die Wohnungen werden über 3 kleine Treppenhäuser erschlossen, die direkt in die Tiefgarage und zu den Hausnebenräumen führen.
Tiefgarage: Die Zufahrt zur Garage als Doppelrampe liegt zwischen den Häusern A3 und A4. Zur Rückseite der Außenfläche Kita wird die Rampe durch 3 grasbewachsene Sitzstufen ergänzt, die auf der Unterseite die Durchfahrtshöhe in die Garage sicherstellen. Eine bewachsene hölzerne Pergola ergänzt die Stufen.
Baukörper: An der besonderen Lage an der Ecke zwischen Boulevard und Loop ist das EG wegen der Sondernutzung etwas höher und die Fassade öffentlicher gestaltet. Der Baukörper der Kita ist zum Garten eingeschossig, die Gruppenräume akzentuieren sich durch geneigte Dächer. Ein Innenhof belichtet die Mitte der Kita, alle Garderoben haben Tageslicht. Die Küche liegt am Boulevard (Andienung) und öffnet sich zum Foyer und Innenhof.
Wohnungen: Fast 90% der Küchen liegen an der Fassade, fast 90% der Wohnungen haben ein separates WC, 50% der Bäder haben Tageslicht über Fenster oder Oberlicht. In 13 Wohnungen ist bei offen oder mit Glas abgetrennten Küchen ein Durchwohnen möglich. 16 Balkone orientieren sich weg von der Straße zum Süden und Westen, 2 Wohnungen erhalten eine geschützte Loggia zum Osten.

Baufeld C1 (2 Gebäude, sozialer Wohnungsbau, 25 Wohnungen)
Städtebau, Erschließung: Der lange Baukörper (2+3 Spänner) hat eine Südorientierung zur Straße, wird aber durch den vorgelagerten grünen Anger abgeschirmt. Der Eckbaukörper (3-Spänner) hat ein durchgestecktes Treppenhaus mit dem Haupteingang auf der Straßenseite. Im Hochparterre und im Untergeschoss sollen das BHKW und die Hausnebenräume organisieren werden.
Baukörper: Beide Baukörper vermitteln in ihrer Höhe und Maßstab zu den beidseitig angrenzenden Reihenhäusern.
Der nur 3-geschossige Eckbaukörper als Eingangsgebäude zum Loop wird durch das Hochparterre etwas kraftvoller, und erhält über seine „kristalline“ Bauform seinen besonderen Charakter.
Wohnungen: Das Haus hat vorwiegend große Wohnungen. Die größten 5-Zimmer-Wohungen sind in den Giebeln untergebracht, um die dreiseitige Belichtung auszunutzen. Die EG-Wohnungen haben eigene Gärten, die Wohnungen in den Obergeschossen können die rückwärtige Grünfläche nutzen.

Reihenhäuser
Um die Dachkante der 3-geschossigen Reihenhäuser an einigen Stellen zu durchbrechen, schlagen wir für die breiten Typen 605 und 685 Varianten mit einer Dachterrasse in Längsrichtung vor. Die Hauseingänge der breiten Typen werden nach innen verschoben (tiefe Eingänge), während die schmalen Haustypen ein Vordach bekommen. Am Boulevard sollen sich jeweils 3 unterschiedliche Haustypen in der Reihe mischen, diese Mischung wird durch drei leicht unterschiedliche Verblenderriemchen verdeutlicht.

Fassaden, Material und Farbe
Die Farbwahl des Verblenders am Eingangsbaufeld A1+2 mit dunklem Rot und Gelb ist sehr kontrastreich, wir schlagen eine subtile Abstufung in drei grauen Rottönen vor. Die Fassaden der Geschosswohnungsbauten werden durch den Wechsel der Verblendertypen in Wohnungsbreite parzelliert, die den Maßstäben der Reihenhäuser nahekommt. So entfaltet die neue Gartenstadt über den Maßstab von Hausbreiten, den Dreiklang des Verblendermaterials und die Einbettung in den Grünraum als Gesamtbild seine eigene Identität.
Weitere Materialien sind bei dunklem Verblender weiße Fenster, bei hellen Verblender Fenster in einem hellen Anthrazitton, textiler Sonnenschutz, Sichtbetonfertigteile für Brüstungen, Vordächer und Fassadenelemente wie Hauseingänge, Dachgesimse, Fensterlaibungen für Sonderfenster.

 

Auslober:
GEWOBA AG Wohnen und Bauen und
Projektgesellschaft Gartenstadt Werdersee GmbH& Co. KG
Rembertiring 27
28195 Bremen

Standort:
hinter der Habenhauser Landstr.
28279 Bremen

Wettbewerb:
Vorsitz des Preisgerichts
Prof. Christl Drey, Köln

5 teilnehmende Büros (8 Aufforderungen)
2. Rundgang