2010 | Realisierungswettbewerb Kindertagesstätte

 

Gebäudekonzept
Der rechteckige Baukörper hat zwei Vollgeschosse und ein flaches Gründach. Eine glasgedeckte Halle  teilt den Baukörper in die Funktionsbereiche der Kindergruppen und Sonderräume. Die eingeschossige Mensa fasst den gemeinsamen Hof und vermittelt zum Maßstab des Gemeindehauses.
Alle sechs Gruppenräume sind gleichgroß, so dass überall U3-Gruppen und Kindergruppen eingebaut werden können. Unterschiede gibt es durch die U3-Schlafräume, die in Trockenbauweise eingestellt sind. Die lichte Raumhöhe von 3 m lässt den Einbau von zweiten Spielebenen zu.
Im Erdgeschoss  befinden sich die Krippenplätze der drei U3-Gruppen, Büro und Mensa.
Im 1. Obergeschoss liegen die drei Kindergruppen und der Bewegungsraum, der sich auf eine  große Dachterrasse zur Morgensonne hin öffnet. Dazu der Sozialraum der Mitarbeiter, weil hier die große Zahl von 60 Kindern beaufsichtigt und betreut wird.

Gestaltung, Material und Farbe
Die neugotische Kirche und das Gemeindehaus sind mit Rotstein verblendet. Wir orientieren uns an dem lebhafteren, mit orangetönen durchsetzten Ziegelstein der Kirche. Als zweite Oberfläche wählen wir Holz, z.B. Eiche, weil es in die Tradition des ländlich geprägten Raumes Oberneulands hineinpasst.
Dennoch bauen wir kein Bauernhaus, sondern einen modernen Baukörper mit kubischen Volumen, flachem Gründach und Glasoberlicht mit Verschattung durch Photovoltaik-Elemente.
Beide Materialien, Verblendstein und Holzdielen, bilden auch die Fassaden der inneren Halle.  So kann eine optimale Raumakustik sichergestellt werden.

Freianlagen
Auf der Südseite wird der vorhandene Spielgarten kaum verkleinert. Der Garten der Kinder bleibt in seinen wesentlichen Gestaltungsmerkmalen erhalten, nur die Vorgärten der Kleinkinder am Neubau werden neu gestaltet. Terrassen im 1. Obergeschoss ergänzen das Außenspielangebot.
Auf der Nordseite der neuen Kindetagesstätte wird das Ehrenmal  von wildem Grünbewuchs befreit und auf der Rückseite mit einer Rotbuchenhecke in Höhe der Ziegelpfeiler eingefasst. Nur die Sandsteinstelen schauen  darüber hinaus. So zeigt sich der Ort der Erinnerung von der Rückseite mit seiner selbstbewussten Form, ohne die Kinder ständig mit der jüngeren Geschichte zu beschweren.

 

 

Auslober:
Bremische Evangelische Kirche
Kirchenkanzlei
Franziuseck 2-4
28199 Bremen

Standort:
Hohenkampsweg
28355 Bremen-Oberneuland

Wettbewerb:
Vorsitz des Preisgerichts
Architekt Michael Frenz, Bremen

9 teilnehmende Büros
2. Preis